Ausgewählte Autographen

 

 

 

 


 

 

 

 

Adler, Paul  (1878-1946), Lyriker und Erzähler

 

Eigenhändige Postkarte mit Unterschrift (Bleistift), 1 ½ pp., 8°; ohne Ort und Datum, Poststempel: Klotzsche, 13. September 1920.

 

An Bernhard Bernson (Lemberg 1888 – Paris 1963), Dramatiker, Pädagoge und Graphologe; 1921-33 in Weimar, dann Emigration in die Schweiz und nach Südfrankreich (Paul Raabe, Die Autoren und Bücher des literarischen Expressionismus, 1985, p. 62, Nr.27).

 

... Jacoby ist seit einigen Wochen hier (Anstalt) Hegner hat damals mit Cassirer über die Finanzen des Blattes gesprochen! Wenn Sie wegen meiner Novelle schreiben, bitte erwähnen Sie dort, dass sie sozusagen bestellt war, zweimal eingefordert. Ich rechne daher jedenfalls mit dem Honorar. Ich versichere Sie, ich weiss nicht, wie ich den Unterhalt für die nächsten Wochen zusammenbringe. Ich hätte doch die Geschichte ebensogut anderswohin schicken können und dann längst das Honorar ...

 

Paul Adler veröffentlichte Gedichte und Erzählungen in Zeitschriften und drei Prosabücher im Verlag seines Freundes Jakob Hegner in Hellerau; 1901/2 als Rechtspraktikant in Wien; 1903-8 gemeinsam mit Jakob Hegner in Italien; kurzer Aufenthalt mit seiner Frau in Neulengbach; 1912-20 in Hellerau, dann in Prag; Bekanntschaft mit Franz Kafka, der Adler als "freien Menschen und Dichter" bewunderte: "Ich bekomme in seiner Nähe immer Gewissensbisse, daß ich mein Leben in einer Kanzleiexistenz ertrinken lasse" (Jürgen Serke, Böhmische Dörfer, 1987, p. 399); Murray G. Hall – Gerhard Renner, Handbuch der Nachlässe und Sammlungen österreichischer Autoren, 1995, p. 2; Raabe, Autoren und Bücher, p. 23, Nr. 2. Im 10. Heft, Oktober 1920, der von Paul Cassirer in Berlin verlegten Zeitschrift "Die weißen Blätter" erschien als letzte dichterische Veröffentlichung Paul Adlers seine "Geschichte aus ‚Die Guoten‘" (Rahel E. Feilchenfeldt/Markus Brandis, Paul Cassirer Verlag, 2002, p. 530).

 

 

 


 

 

 

 

Bestell-Nr.: A/001

 

Euro 350,-

 

Anfrage / Bestellung 

 

Adler, Paul  (1878 – Prag – 1946), Lyriker und Erzähler

 

Eigenhändige Postkarte mit Unterschrift, 1 p., 8°, ohne Ort und Datum, Poststempel: Rahnitz / Hellerau, 21. Jänner, 1921.

 

An Bernhard Bernson.

 

... Jacoby war kürzlich hier und erzählte, dass Ihr Freund Benzion (?) meine Geschichte in den W(eissen) B(lättern) gelesen hätte. Bitte, wenn das so ist, lassen Sie mir doch die Beleghefte schicken, andernfalls noch die Korrekur ...

 

Die Karte ist an Bernhard Bernson und an die "Weissen Blätter", Berlin, "Cassirer Verlag" adressiert, mit dem Vermerk "Bitte nachsenden". Wahrscheinlich hatte Bernson in Zusammenhang mit der Herausgabe der Zeitschrift "Die weißen Blätter" irgendeine Funktion im Verlag Paul Cassirer; bis zum Märzheft 1920 war René Schickele Herausgeber der "Weissen Blätter", in den restlichen Heften dieses Jahres wird kein Herausgeber genannt (Feilchenfeldt-Brandis, Paul Cassirer Verlag, p. 528).

 

 

 


 

 

Bestell-Nr.: A/002

 

Euro 350,-

 

Anfrage / Bestellung

Buber, Martin  (Wien 1878 – Jerusalem 1965), Schriftsteller, Philosoph und Religionswissenschaftler

 

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift, 1 ½ pp., groß 8°, Heppenheim an der Bergstraße, 13. Oktober 1927.

 

An einen Freund.

 

Lieber Hans – Da wir ein paar Wochen in Polen waren, habe ich den am 27. September hier eingegangenen Genehmigungsbescheid erst jetzt zur Ausführung bringen lassen können; die Überweisung soll morgen erfolgen. In der palästinensischen Angelegenheit gibt es neuerdings unvorhergesehene Verzögerungen aus administrativen Gründen; doch ist anzunehmen, dass wir im Lauf des November reisen können. Voraussichtlich wird es dann möglich sein, in Zürich einen Tag Aufenthalt zu nehmen. Ich arbeite jetzt nachdrücklich an der Jerusalem Vorlesung ...

 

 

 


 

 

Bestell-Nr.: A/007

 

Euro 550,-

 

Anfrage / Bestellung

Feuchtwanger, Lion  (München 1884 – Los Angeles 1958), Schriftsteller

 

Typoskript mit eigenhändiger Unterschrift, ½ pp., gelocht, 4°, Sanary, 19. Juni 1934.

 

An den Verlag "Mercure de l’Europe" in Paris, in dem Feuchtwanger 1934 "Marianne in Indien und sieben andere Erzählungen" veröffentlichte.

 

...besteht gar keine Möglichkeit, dass ich wenigstens fünf oder sechs Abzüge der Novellen bekommen könnte? Ich brauche sie sehr dringend ...

 

 

 


 

 

Bestell-Nr.: A/008

 

Euro 250,-

 

Anfrage / Bestellung

Frisch, Efraim  (Stryi, Galizien 1873 – Ascona 1942), Dramaturg und Kritiker, 1914-1925 Herausgeber der Monatsschrift "Der Neue Merkur"

 

Eigenhändige Postkarte mit Unterschrift, ½ p., Berlin, 24. Juni 1931.

 

An Walter Petry.

 

... ich habe eine positive Meinung über Ihren Proust – Aufsatz u. habe ihn gleich meinem Kollegen in der Redaktion, Dr Clauss, zur Lektüre weitergegeben ...

 

 

 


 

 

Bestell-Nr.: A/009

 

Euro 450,-

 

Anfrage / Bestellung

Glaeser, Ernst  (Butzbach 1902 – Mainz 1963), Schriftsteller, emigrierte 1933 und kehrte 1939 nach Deutschland zurück.

 

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift, ½ p., 8°, ohne Ort, (Locarno ?, Zürich ?), 11. November 1934.

 

An den Verlag "Mercure de l’Europe" in Paris.

 

In grosser Eile! Bin dauernd am Abtippen. Mittwoch wieder 30 Seiten. Das Buch wird wunder-schön ...

 

Glaeser veröffentlichte 1935 im Verlag "Mercure de l’Europe" den Roman "Der letzte Zivilist". (Wilpert-Gühring, p. 480, Nr.8).

 

 

 


 

 

Bestell-Nr.: A/010

 

Euro 350,-

 

Anfrage / Bestellung

Graf, Oskar Maria  (Berg am Starnberger See 1894 – New York 1967), Erzähler

 

Typoskript mit eh. Unterschrift, 1 p., gelocht, 4°, Wien, ohne Datum, 1933/34.

 

An eine Frau M. H. Brauner in Wien.

 

... Besten Dank für Ihren Brief. Da 9 Uhr früh für mich nachschlafende Zeit ist, würden Sie wahrscheinlich vergeblich auf meinen Anruf warten müssen. Vom "Neuen Merkur" hörte ich durch Brunngraber. Das Programm, das Sie beigelegt haben, gefällt mir. Vielleicht können Sie veranlassen, dass mir als Mit(re)dakteur der obengenannten Blätter Besprechungsexemplare zugehen. Gern erwarte ich Sie in den nächsten Tagen zu einer Besprechung. Ich bin am besten anzutreffen gegen 11 oder halb 12 Uhr vormittags in meiner Wohnung oder abends gegen 6 und 7 Uhr ...

 

Oskar Maria Graf emigrierte 1933 nach Wien, 1934 nach Moskau und 1938 in die USA; Rudolf Brunngraber (1901-Wien-1960), Schriftsteller, 1933/34 Präsident der Vereinigung sozialistischer Journalisten (Giebisch/Gugitz, p. 449).

 

 

 


 

 

Bestell-Nr.: A/011

 

Euro 250,-

 

Anfrage / Bestellung

Halbe, Max  (Güttland bei Danzig 1865 – Neuötting 1944), Dramatiker und Erzähler

 

Eigenhändige Postkarte mit Unterschrift, 1 p., Gardone, 17. April 1900.

 

An "Dr. Voigtländer, Verlagsbuchhandlung, Leipzig".

 

... Entschuldigen Sie, daß ich Ihre w. Zuschrift erst heute beantworte. Ich bin aber, wie Sie sehen, verreist. Sobald ich heimgekehrt bin, werde ich Ihnen das gewünschte Bild zusenden (etwa in 10 Tagen) ...

 

 

 


 

 

Bestell-Nr.: A/012

 

Euro 180,-

 

Anfrage / Bestellung

Heymann, Walter  (Königsberg 1882 – gefallen bei Soisson 1915), Lyriker

 

Eigenhändige Postkarte mit Unterschrift, 1 p., Königsberg, 14. Dezember 1901.

 

An Ernst Frankenstein.

 

... Heute früh vorm. 10-11 habe ich Deinen lieben Brief erhalten. Das muß ja eine liebliche Woche gewesen sein. Don Raphael Loewenfeld de la Mancha scheint ein sonderbarer Kerl zu sein. Das Drama, das ich vielleicht einmal schreiben werde soll er nicht haben ... Dröscher hat sich dagegen sehr nett gezeigt. Ich wünsche Dir von Herzen, daß du in Schwerin Erfolg hast. Es ist verflucht schwer heute durchzudringen ... Ich schreibe Dir diese Karte vor allem um mich zu entschuldigen, daß ich Dir vorläufig keinen Brief schicken schreiben kann. Ich nehme gegenwärtig an 2 Kursen bei Striemer teil, habe [2x durchgestrichen] 9 mal 2 Std in der Woche, dazu zu arbeiten, Kolleg, eine schwere Arbeit für Gradenwitz und am Mittwoch im Akademisch-Litterarischen Verein ... einen Vortrag über Agnes Miegels Gedichte zu halten, die etwas ganz exceptionell Großartiges sind (Cottascher Verlag 3 M lasse sie Dir zu Weihnachten schenken oder schenke sie Deinem Frl. Schwester.) ...

 

Raphael Löwenfeld (1854-1910), Slawist, Publizist und Theaterdirektor, gründete 1894 das Berliner "Schiller-Theater" (Kosch, II, p. 1566; NDB, 15, p. 90).

Agnes Miegel (1879-1964), in Königsberg geborene Lyrikerin und Erzählerin; ihr erster Gedichtband ist 1901 im Verlag Cotta erschienen (NDB, 17, p. 471).

 

 

 


 

 

Bestell-Nr.: A/015

 

Euro 350,-

 

Anfrage / Bestellung

Hirth, Georg  (Gräfentonna 1841 – Tegernsee 1916), Verleger und Schriftsteller, Gründer der Zeitschrift "Die Jugend"

 

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift, 3 pp., groß 8°, München, 9. März 1909.

 

An einen Freund.

 

... Die freundlichst mitgeteilte Karte des PSJ. Wasmann habe ich Herrn v. Ostini, den Verfasser des Ameisenlobes, lesen lassen; er hat sich sehr darüber gefreut ... Deine Aufforderung, mit nach Nauheim zu kommen, ist sehr verführerisch. Gewiß würden mir auch die dortigen Bäder gut thun, obschon für mein Bein Wildbad oder ein Moorbad besser ist. Indessen die Rücksicht auf meine Familie hält mich hier zurück. Vielleicht gehe ich mit der ganzen Gesellschaft auf 4 Wochen nach Aibling. Ich nehme an, daß es Dein schweres Leiden ist, das Dich nach Nauheim führt. Hier geht alles gut. Zwar spüre ich meine 68 Jahre mehr in den Beinen ... als im Kopf, aber der Bronchialkatarrh, das alte Uebel, mahnt mich zu großer Vorsicht. Gottlob ist der Karneval zu Ende, dem sich auch ältere Leute hier nicht ganz entziehen können. Sonst bin ich in jeder Hinsicht Temperenzler mit zunehmend strenger Observanz ... Erinnerst Du Dich noch der schönen Tage von Ouchy? Da waren wir noch 15 Jahre jünger! ...

 

Fritz von Ostini (1861-1917), Journalist und Schriftsteller, veröffentlichte in der Zeitschrift "Jugend" Gedichte, Novellen und Satiren (NDB, 19, p. 629).

 

 

 


 

 

Bestell-Nr.: A/016

 

Euro 180,-

 

Anfrage / Bestellung

Hoffmann, Camill  (Kolin 1878 – ermordet in Auschwitz 1944), Lyriker, Erzähler und Übersetzer

 

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift, 1 ½ pp., groß 8°, horizontale und vertikale Faltspuren; Hellerau, 14. Juli 1919.

 

An Bernhard Bernson.

 

... sehr verspätet danke ich Ihnen, herzlich, für die freundliche Zusendung Ihrer "Befreiten", auf deren Lektüre ich mich sehr freue. Sie kommen nämlich erst jetzt in meine Hand. Die Erklärung: auch mich haben die Ereignisse fortgetrieben, ich bin seit Mai in Prag und komme nur hie und da nach Hellerau, wo noch meine Familie geblieben ist ... Mit Bedauern höre ich, dass es Ihnen "ebenso schlecht geht wie der "Pest"", und hoffe, dass sich dieser Zustand inzwischen wenigstens für Ihre Person gebessert hat. Dass die "Pest" noch immer nicht herausgekommen ist, begreife ich gar nicht. Kann die Berliner "Tribüne" nichts für Sie tun? Haben sie ausser den "Befreiten" nichts Neues geschrieben, besonders nichts Grösseres? Im Dresdner Schauspielhaus sitzt jetzt Berthold Viertel, schicken Sie ihm etwas. Vermutlich sehe ich heute Hugo Zehder, den Herausgeber der "Neuen Schaubühne" hier und werde ihm sagen, er möchte Sie um einen Beitrag angehen, er bringt auch Dramenfragmente etc. Ich denke mit Vergnügen an die wenigen Tage zurück, die ich, es ist fast genau ein Jahr her, zuletzt in München verbracht habe. Trotz Krieg schienen die Aussichten heller zu sein als heute. Ganz München ist wohl auseinandergestoben ...

 

Camill Hoffmann hielt sich von um 1900 bis 1911 in Wien auf; er war Redakteur der von Hermann Bahr mitbegründeten Zeitschrift "Die Zeit"; 1902 veröffentlichte er gemeinsam mit Stefan Zweig eine Übersetzung von Gedichten Charles Baudelaires; Bekanntschaft mit Hugo von Hofmannsthal und Rainer Maria Rilke; in Wien entstand Camill Hoffmanns zweiter Gedichtband "Die Vase", der 1910 im Berliner Verlag Axel Juncker erschienen ist; 1912 veröffentlichte Hoffmann im Berliner Verlag Meyer und Jessen die Anthologie "Deutsche Lyrik aus Österreich seit Grillparzer; 1911-18 Feuilletonredakteur der "Dresdner Neuen Nachrichten"; seit 1920 Presseattaché an der Tschechoslowakischen Botschaft in Berlin; befreundet mit Berthold Viertel, Walter Mehring, Alfred Döblin und Karl Kraus; Hoffmanns bedeutendes "Politisches Tagebuch 1932-1939" wurde 1995 veröffentlicht (Jürgen Serke, Böhmische Dörfer, 1987, pp. 219-229; Hall-Renner, Handbuch der Nachlässe, p. 151; Die Vertreibung des Geistigen aus Össterreich / Zur Kulturpolitik des Nationalsozialismus, 1985, p. 381).

Bernhard Bernson veröffentlichte 1919 im Wiener Dreiländerverlag das Schauspiel "Die Befreiten" (Raabe, Autoren und Bücher, p. 62, Nr. 27/1) und 1920 im Verlag Paul Cassirer, Berlin, das Schauspiel "Die Pest" und "Das Märchen vom König Sonntag" (Rahel E. Feilchenfeldt-Markus Brandis, Paul Cassirer Verlag, 2002, pp. 79-80; Raabe, Autoren und Bücher, p. 62, Nr. 27/2,3).

Berliner "Tribüne": Tribüne der Kunst und Zeit. Eine Schriftensammlung. Herausgegeben von Kasimir Edschmid, Berlin, Erich Reiss, 1919-23 (Paul Raabe, Die Zeitschriften und Sammlungen des literarischen Expressionismus, 1964, p. 185, Nr. 159).

Berthold Viertel (1885-Wien-1953), Schriftsteller, Dramaturg und Regisseur, 1918-22 am Dresdner Schauspielhaus (Raabe, Autoren und Bücher, p. 495, Nr. 317).

Hugo Zehder (1882-1961), Herausgeber und Verleger expressionistischer Zeitschriften; "Die Neue Schaubühne. Monatshefte für Bühne und Drama" ist 1919-22 erschienen (Raabe, Autoren und Bücher, p. 542, Nr.340).

 

 

 


 

 

Bestell-Nr.: A/017

 

Euro 650,-

 

Anfrage / Bestellung

Jezower, Ignaz  (1878 - ?, vor 1945 nach Riga deportiert), Schriftsteller und Übersetzer in Berlin, befreundet mit Else Lasker-Schüler

 

Eigenhändige Postkarte mit Paraphe, 1 p., (Berlin), 12. April 1926.

 

An Walter Petry.

 

... Sollte Sie diese Karte noch – wie ich hoffe – in Capri erreichen, so wäre es mir lieb, wenn Sie erfahren würden, dass mir Ihr letzter Brief grosse Freude bereitet hat. Und beim blühenden Kastanienbaum, den ich von meinem Schreibtisch aus sehe, wünsche ich alle Herrlichkeiten Italiens über Sie herab ... Herr vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie träumen ...

 

 

 


 

 

Bestell-Nr.: A/018

 

Euro 450,-

 

Anfrage / Bestellung

Korrodi, Eduard  (1885 – Zürich – 1955), Literaturhistoriker und Kritiker, Feuilletonredakteur der "Neuen Zürcher Zeitung"

 

Eigenhändige Karte mit Unterschrift, 1 p., Zürich, 7. September, (1929).

 

An Walter Petry (?).

 

... Gerne sende ich Ihnen den kleinen Privatdruck unseres Blattes. – Ich habe Ihnen schönstens zu danken für Ihre originelle Anzeige meiner Sam(m)lung Schweizerischer Prosaschriften ...

 

1929 veröffentlichte Korrodi die Prosa-Anthologie "Geisteserbe der Schweiz".

 

 

 


 

 

Bestell-Nr.: A/019

 

Euro 250,-

 

Anfrage / Bestellung

Leonhard, Rudolf  (Lissa in Posen 1889 – Berlin 1953), Lyriker, Erzähler und Dramatiker

 

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift, 2 pp., gelocht mit Verlust von zwei Buchstaben, groß 8°, Baden-Baden, 19. Mai 1926.

 

An Walter Petry, mit dessen eigenhändiger Anmerkung in Bleistift : "Waldhotel Der Selighof".

 

... Gern wüßte ich nun, ob mein Stück Ihnen auch gefallen hat – Ich bedaure es sehr, daß wir immer an einander vorbeireisen; in den nächsten Tagen werde ich ja nun, freilich ohne mich aufzuhalten, durch Frankfurt kommen. In Berlin werde ich wohl bis Ende Juni bleiben – kommen Sie bis dahin zurück? (Ich bin sehr neugierig auf Typus und Individualität Ihrer Komödie). Wenn nicht, sehen wir uns eben in Paris ... Gehn Sie für lange hin? Sie wissen, daß ich f(ür) lange, wenn nicht für immer hingehe? Eine stärkere Empfehlung als die von mir Ihren Novellen schon gegeben ist nicht möglich; ich habe sie aber, für alle Fälle, eben noch einmal wiederholt. (Auch haben Sie ja an Herrn Wendriner einen enthusiastischen Fürsprecher im Verlage) ...

 

mein Stück: wohl das 1925 im Verlag Die Schmiede erschienene Schauspiel "Segel am Horizont" (Raabe, Nr. 188/21).

Walther Petrys Komödie wurde nicht veröffentlicht. Die von Petry ausgewählten "Altitalienischen Novellen" sind 1926 im Verlag 'Die Schmiede' erschienen (Raabe, Nr. 228/6), dessen Lektor Rudolf Leonhard bis 1927 auch gewesen ist.

Richard Wendriner (geboren 1865 in Breslau), Erzähler und Dramatiker (Kosch, IV, p. 3296).

 

 

 


 

 

Bestell-Nr.: A/020

 

Euro 250,-

 

Anfrage / Bestellung

Muther, Richard  (Ohrdruf, Thüringen 1860 – Wölfelsgrund bei Glatz 1909), bedeutender Kunsthistoriker, seit 1895 Professor in Breslau

 

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift, 3 pp., 8°, gelocht, mit Verlust einzelner Buchstaben, München, 10. September 1903.

 

An Henry van de Velde (1863-1957), Architekt und Kunstgewerbler; mit der eigenhändigen Anmerkung van de Veldes in Bleistift: repondre: Arbeitszimmer part fin du mois de 8. Sept. autres chambres partent vers le 15. octobre.

 

... Wie steht es ? Wir kom[m]en erst später, als ich gedacht hatte, wohl kaum vor 20. nach Breslau zurück und möchten dann sofort unsern Umzug halten. Nach Weimar zu kom[m]en ist mir also jetzt nicht möglich. Es wird erst im October geschehen, wo ja dann die Einweihung des Nitzschearchivs den besten Anlass zu einem Artikel gibt. Und wie weit sind unsre Möbel? Wann werden sie abgehen können?... Ich bitte Sie freundlich mir eine Zeile nach München Hôtel Deutscher Kaiser zu schreiben ...

 

Seit 1902 war Henry van de Velde als künstlerischer Berater des Großherzogs in Weimar, wo er die "Kunstgewerblichen Lehranstalten" gründete, die er bis 1914 leitete.

 

 

 


 

 

Bestell-Nr.: A/023

 

Euro 650,-

 

Anfrage / Bestellung

Nadel, Arno  (Wilna 1877 – am 12. März 1943 von Berlin nach Auschwitz deportiert), Lyriker, Dramatiker, Philosoph und Musiker

 

Eigenhändige Bildkarte (Arno Nadel: Aus der Mappe "Jüdisches Theater"), ½ p., ohne Ort und Datum, Poststempel: Berlin-Charlottenburg, 10. 7. 1931.

 

An Karl Israelski.

 

Werter Freund! Haben Sie die Musik für eine Frankf.[urter] Aufführung (Pappenheim) gemacht? – Bin ich richtig im Bilde ?...

 

 

 


 

 

Bestell-Nr.: A/024

 

Euro 350,-

 

Anfrage / Bestellung

Neubauer, Theodor  (Ermschwerd 1890 – 1945), kommunistischer Parteifunktionär, 1924-1933 Abgeordneter im Deutschen Reichstag, im Zuchthaus Brandenburg-Goerden am 5. 2. 1945 hingerichtet

 

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift, 1 p., gedruckter Briefkopf: "Reichstag / Abgeordneter", ein kleiner Einriss im rechten Rand, 8°, Berlin, ohne Datum , um 1930.

 

An Martha Bernson.

 

... Auf dem Wege von Blankenhain über Weimar nach Gössnitz kam ich bei Ihnen vor, um Sie zu fragen, ob ich vielleicht – falls es mir gelingt, rechtzeitig dort weg zukom(m)en – heute Abend in Ihrer Wohnung auf einem Kanapee schlafen könnte. Ich würde entweder 2319 oder 010 Uhr eintreffen. Sollten Sie noch Licht haben, werde ich mich bemerkbar machen ...

 

 

 


 

 

Bestell-Nr.: A/025

 

Euro 350,-

 

Anfrage / Bestellung

Prinzhorn, Hans  (Hemer 1886 – München 1933), Psychologe und Sammler "psychopathologischer Kunst", Autor der grundlegenden Abhandlung "Bildnerei der Geisteskranken"

 

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift, 1 ½ pp., groß 8°, ein kleiner Einriss im rechten Rand, Aachen, 29. April 1929.

 

Cher Monsieur, j’ai á faire une conférence ici à Aix-la-Chapelle, puis à Paris il faut encore travailler pour ma dernière conférence le 4 mai ...

 

 

 


 

 

Bestell-Nr.: A/026

 

Euro 250,-

 

Anfrage / Bestellung

Rychner, Max  (Lichtensteg 1897 – Zürich 1965), Lyriker, Essayist, Herausgeber und Übersetzer, 1925-1931 Leiter der 'Neuen Schweizer Rundschau'

 

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift, 2 pp., gedruckter Briefkopf: "Neue Schweizer Rundschau / Nouvelle Revue Suisse", groß 8°, Zürich, 28. Jänner 1929.

 

An Walter Petry.

 

... der Gerechte muss leiden, und je gerechter desto mehr: ich habe mir längst vorgenommen, im ersten Moment ungestörter Musse an sie zu schreiben, - nicht wie ich täglich an zwei Dutzend Autoren schreibe, oberflächlich und ungefähr, sondern ein wenig gesam[m]elter und auf Sie eingehend. Nun beschämen Sie mich mit Ihrem Dank, mit dem Sie mir zuviel Ehre antun, denn ich wollte Ihnen das Meyer – Bändchen nur ganz unauffällig in die Hand spielen, weil michs freut, es darin zu wissen – und wäre es nur einen Moment lang. Dafür sollen Sie die 3 Schriften unseres Verlages erhalten; die sind wichtiger und gewichtiger. Auf Ihre Novellen komme ich zurück. Die eine kannte ich (woher? ich hatte sie schon in Händen und erkannte sie gleich wieder) Entschuldigen Sie mich, bitte. Mein Schweigen ist nicht Teilnahmslosigkeit ...

 

 

 


 

 

Bestell-Nr.: A/029

 

Euro 250,-

 

Anfrage / Bestellung

Scheffler, Karl  (Hamburg 1869 – Überlingen 1951), Kunstschriftsteller und Essayist, bis 1933 Redakteur der Zeitschrift 'Kunst und Leben'

 

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift, 1 p., groß 8°, Berlin, 22. Mai 1930.

 

An Walter Petry.

 

... Ihre Arbeit hat mich sehr interessiert. Sie abzudrucken wie sie ist, verbietet sich aus verschiedenen Gründen. Unter anderem aus dem Grunde, weil in dem Aufsatz gesagt ist, daß man es eigentlich nicht tun dürfe. Sehr gerne würde ich mich aber einmal mit Ihnen unterhalten und von Ihren Plänen mehr (zu durchgestrichen) hören. Vielleicht kommen wir dann zu einer Verständigung, da in Ihrem Aufsatz vieles ist, das mir sehr sympathisch ist ...

 

 

 


 

 

Bestell-Nr.: A/030

 

Euro 120,-

 

Anfrage / Bestellung

Schickele, René  (Oberehnheim 1883 – Vence-la-Jolie 1940), Lyriker, Dramatiker und Erzähler

 

Eigenhändige Ansichtskarte mit Unterschrift, ½ p., Badenweiler, 29. September 1927.

 

An Bernhard Bernson.

 

Vielen Dank, lieber Herr Bernson, für Ihre freundliche Karte! Schade, dass Sie mir nicht sagen, was sie treiben, ob Sie arbeiten ...

 

 

 


 

 

Bestell-Nr.: A/031

 

Euro 250,-

 

Anfrage / Bestellung

Schlaf, Johannes  (1862 – Querfurt – 1941), Erzähler und Dramatiker

 

Eigenhändiges Gedicht mit Unterschrift, 1 p., 8°, Weimar, Jänner 1925.

 

Einheit / Tief im warmen Sommergras lieg‘ ich / in der Sonne, an einem Feldgraben / über ein Thymianpolster gebeugt ...

 

 

 


 

 

Bestell-Nr.: A/032

 

Euro 250,-

 

Anfrage / Bestellung

Schlaf, Johannes  (1862 – Querfurt – 1941), Erzähler und Dramatiker

 

Eigenhändige Postkarte mit Unterschrift, 1 p., Weimar, 4. Mai 1925.

 

An Bernhard Bernson.

 

... wir haben mit den Anderen vereinbart, daß wir kommenden Sonnabend ... unsere verabredete Mondscheinwanderung machen wollen. Wenn Sie beide uns die Freude machen können, mit von der Partie zu sein, so möchten wir Sie bitten, Abends 7 Uhr bei uns zu sein ...

 

 

 


 

 

Bestell-Nr.: A/033

 

Euro 150,-

 

Anfrage / Bestellung

Schlaf, Johannes  (1862 – Querfurt – 1941), Erzähler und Dramatiker

 

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift, 1 p., 8°, mit eigenhändigem Kuvert, Weimar, 12. Mai 1925.

 

An Martha Bernson.

 

... anbei der Umschlag von Felix v. Weingartners Brief, von dem wir draußen auf dem Schloßberg vergangenen Sonnabend sprachen ...

 

 

 


 

 

Bestell-Nr.: A/034

 

Euro 150,-

 

Anfrage / Bestellung

Schürer, Oskar  (Ausgburg 1892 – Heidelberg 1949), Lyriker, Kunst- und Kulturhistoriker

 

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift, 2 pp., 4°, Prag, 22. Dezember 1928.

 

An Bernhard und Martha Bernson.

 

... Ich habe noch 2 ‚Ahasvers‘ verkauft. Hier der Erlös. Ich benütze die Gelegenheit, Sie zu Weihnachten herzlichst zu grüssen. Ich war 9 Wochen weg, hauptsächlich in Frankfurt, wo ich sehr viel mit Katzens zusammen war ... Aber Hans hat viel Müh ... mit dem Geschäft. Es ist arg, das mitanzusehen. Fürs Malen bleiben nur Abendstunden. Recht gehetzte ... Die Zähigkeit, mit der er durchhält, ist zu bewundern. Viele Menschen im Haus. Aber von den Menschen aus ist es zu verstehen. Denn Katzens sind Oase in der satten Atmosphäre von Frankfurt, die in "Kultur" macht ... Und wie geht es Euch ... Ist was fertig geworden? Ich komme diesen Winter leider nicht nach Weimar. Die Leute von der Kunsthochschule haben sich auf etwas komische Weise um ihr Versprechen des Vortrags gedrückt. Aber vielleicht komme ich so mal durch ... Inliegend 20 M. ...

 

Hanns Ludwig Katz (1892-1942), bedeutender expressionistischer Maler der zweiten Generation, bis 1936 in Frankfurt am Main ansässig, Emigration nach Südafrika; eine erste große Retrospektive seiner Werke zeigte 1992 das Jüdische Museum in Frankfurt am Main.

 

 

 


 

 

Bestell-Nr.: A/036

 

Euro 150,-

 

Anfrage / Bestellung

Siemsen, Hans  (Hamm 1891 – Essen 1969), Schriftsteller und Kritiker, Mitarbeiter von Kurt Tucholskys "Weltbühne"

 

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift, 1 p., 4°, gelocht, Halensee, 8. Dezember 1926.

 

An Walter Petry, mit dessen eigenhändiger Anmerkung in Blaustift: erledigt P[etr]y.

 

... Erst heute habe ich Ihren Brief erhalten – und antworte schnell. Können Sie nicht vielleicht morgen (Donnerstag) etwa um 11h anrufen? Dann können wir für den Nachmittag irgendwas verabreden ...

 

 

 


 

 

Bestell-Nr.: A/037

 

Euro 180,-

 

Anfrage / Bestellung

Strauss, Leo  (Kirchhain 1899 – Annapolis 1973), Philosoph und Politikwissenschaftler

 

Eigenhändige Postkarte mit Unterschrift, 2/3 p., Paris, 24. November 1932.

 

An Martha Bernson.

 

... Ich habe mir die Freiheit genommen, Ihre an Mirjam gerichtete Karte zu lesen, und ich glaube, dass auch Sie dies richtig finden werden ... Mirjam ist Dienstag nach Berlin, bzw. Erfurt abgereist (sie ist jetzt in Erfurt), um Thomas zu seiner Grossmutter zu bringen. Sie war so elend, dass sie den Anstrengungen, die ihr Thomas verursacht, nicht gewachsen war. Ich erwarte sie im Laufe nächster Woche wieder hier. Machen Sie sich, bitte, keine Sorgen um Mirjam, und seien Sie überzeugt, dass Mirjam und ich den Entschluss wegen Thomas unter Berücksichtigung aller Umstände gefasst haben: es ging wirklich nicht anders ...

Seit Ende des Jahres 1932 war Leo Strauss in Paris, wo er am 20. Juni 1933 Marie (Mirjam ) Bernsohn, die er 1930 in Berlin kennenlernte, geheiratet hat (David McBryde, Leo Strauss, p. 4, http://members.tripod.com/Cato/strauss-bio.htm).

 

 

 


 

 

Bestell-Nr.: A/038

 

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Zweig, Arnold  (Groß-Glogau 1887 – Berlin 1968), Erzähler, Dramatiker und Essayist

 

Eigenhändige Postkarte mit Unterschrift, ½ p., gelocht, Verlust von zwei Buchstaben, Sanary, 28. September 1933.

 

An Paul Roubiczek (1898-1972) und Peter de Mendelssohn (1908-1982), die 1933 in Paris den Exilverlag "Mercure de l’Europe" gegründet hatten.

 

... ich bin mitten im Packen und Verfrachten meiner Familie und kann jetzt nichts lesen oder unterschreiben. Am Samstag bin ich wieder hier, dann alles Weitere ...

 

Arnold Zweig veröffentlichte 1933 gemeinsam mit Lion Feuchtwanger im Verlag "Mercure de l’Europe" die Streitschrift "Die Aufgaben des Judentums" (Raabe, Nr. 347/33); im Dezember des gleichen Jahres emigrierte er nach Palästina.

 

 

 

 

 

 

Bestell-Nr.: A/043

 

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