Ausgewählte Bücher des 16.-19. Jahrhunderts

 

 

 

 


 

 

 

Bauernfeld, Eduard von

 

Die Republik der Thiere. Phantastisches Drama sammt Epilog (Geschrieben im April 1848.).

 

(Titel), 96 pp., mit 7 ganzseitigen Illustrationen (Zinndrucke auf Chinapapier) und 10 kleinen Vignetten von Wernigk nach Zeichnungen von Mathias Ranftl, die 7. Illustration ("Epilog") in der Paginierung mitgezählt, stockfleckig, am vorderen Spiegel Wappen-Exlibris mit den Initialen "A.B."; schöner zeitgenössischer Halblederband mit Rückenvergoldung; 8°.

Wien, L. W. Seidel, 1848 

 

Wilpert/Gühring, 19; Rabenlechner, Streifzüge, p. 98.

 

Die seltene Erstausgabe dieser Gesellschaftssatire Eduard von Bauernfelds (1802-1890). "Es kam ihm darauf an, ein typisches Bild einer Revolution zu entwerfen. Daß Militärherrschaft das Regiment der radikalen Republikaner ablöst, mag uns bei der Erwägung überraschen, daß der Dichter das Drama bereits im April 1848 schrieb und nicht erst im Juni, als der General Cavaignac dem Pariser Aufstande ein Ende bereitete, oder im November, als Fürst Windischgrätz Wien erobert hatte und die Revolutionäre hingerichtet wurden ... Die Verwendung der Tiertypen bot Bauernfeld das Mittel, die Handlung ohne längere Exposition der Charaktere flott weitergehen zu lassen und so den Rahmen des Stückes mit einem möglichst vielseitigen und abgerundeten Stimmungsbilde der Revolution zu füllen ... Zur Illustration seines phantastischen Dramas zog Bauernfeld den Maler Mathias Ranftl heran, der sich als Tiermaler einen Ruf erworben hat ... Ranftl hat .. zu sechs Szenen Vollbilder gezeichnet, die in Zinndrucken von Wernigk vervielfältigt wurden, jedem Szenenschluß eine Tiervignette beigegeben und außerdem die Tendenz des Stückes in dem symbolischen Vorlegeblatt zum Epilog zur Darstellung gebracht ..." (Die Republik der Thiere ... von Bauernfeld ... Neu herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Dr. Gustav Wilhelm, Wien und Leipzig, 1919, p. 217 ff.).

  

Euro 650,-

 

Bestell-Nr.: B19/001

  

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Bembo, Pietro


Delle Rime ... Terza et ultima impressione. Tratta dall’ essemplare corretto di sua mano ...


70 numerierte Blätter; auf Blatt 3 ein ganzseitiges Holzschnittporträt Pietro Bembos; Titelblatt und letztes Blatt mit großer Druckermarke in Holzschnitt; auf der Innenseite des Vorderdeckels handschriftliche Besitzereintragungen, datiert 1811 und 1834, in der Druckermarke des Titels alte handschriftlichen Initialen: „BVEA“; einige Blätter leicht braunfleckig, im Holzschnitt ein kleiner Einriss im seitlichen Rand. Zeitgenössischer Pergamentband, 12°.
Venedig, Gabriel Giolito de Ferrari, 1548

  

Gamba, p.95. Diese Ausgabe nicht in Brunet; sie ist im gleichen Jahr erschienen wie die römische Ausgabe der „Rime“ des bedeutenden Kardinals und Humanisten Pietro Bembo (1470-1547), jedoch mit anderen Lesarten („Questa stampa ha lezioni diverse dall’ edizione romana“; Gamba, p.95).

 

Euro 1.200,-

 

Bestell-Nr.  B16/001

 

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Bogár, Franz


Episcopalis Dioecesis Jaurinensis In una Generali, et Sex Specialibus Tabulis, cum Repertorio, exhibita. Documentum ... Ernesti Principis in Schwarzenberg Ducis Crumloviae, pie denati Episcopi Jaurinensis etc. etc. posthumae memoriae pia gratitudine celebrandae traditum ...


Gestochener Titel, mit dem Wappen des Bischofs Ernst Fürst Schwarzenberg, 28 pp. („Repertorium“ / Ortsverzeichnis), 7 doppelblattgroße, numerierte Kupferstichkarten (33:43 cm), gestochen von Franz Karacs (2) und Samuel Lehnhardt (5); 8 weiße Blätter beigebunden. In den oberen Ecken und in den Rändern etwas wasserfleckig, die Karte VII mit kleinen Einrissen im linken und oberen weißen Rand, Titelblatt gestempelt. Zeitgenössischer Halblederband, berieben und bestoßen, Rücken unten etwas beschädigt. 2°.
(Budapest und Raab), Johann Schmid und Leopold Streibig, 1821

 

Felix Tobler, Der Atlas der Diözese Raab (Györ) aus dem Jahre 1821, in: Cartographica Hungarica, 4, Dezember 1994, pp. 34-39; Karl Ulbrich, Allgemeine Bibliographie des Burgenlandes, VIII/1: Karten und Pläne, 1970, p.28.

Dieser im Auftrag des Bischofs Ernst Fürst Schwarzenberg (1773-1821) veröffentlichte Atlas der Diözese Raab (Györ) ist von größter Seltenheit.
Er enthält eine Generalkarte der Diözese (I) und sechs Detailkarten der Archidiakonate Raab / Györ (II), Ödenburg / Sopron (III), Lutzmannsburg  / Lócsmánd (IV), Raabau / Rábaköz (V), Wieselburg / Moson (VI), Komorn / Komáron (VII). Besonders hinzuweisen ist auf die drei Karten der Archidiakonate Ödenburg, Lutzmannsburg und Wieselburg, welche die heutigen burgenländischen Bezirke Eisenstadt, Mattersburg, Oberpullendorf und Neusiedl am See betreffen.
„Die Herausgabe des Raaber Diözesanatlasses muß jedenfalls in enger Verbindung zur Person des Diözesanbischofs Fürst Ernst von Schwarzenberg gesehen werden...Obwohl sich in der Registratur des Raaber Ordinariates für den Zeitraum des Wirkens Schwarzenbergs als Diözesanbischof  (1819-1821) kein auf die Herausgabe des Atlasses bezügliches Material auffinden ließ, kann man den Bischof als Initiator und Förderer des Atlasunternehmens bezeichnen ... Im Herbst 1820 beauftragte er Franz Bogár, Kontrollor der Raaber Politischen Stiftungskassa, mit der Bearbeitung und Herausgabe dieses Kartenwerkes ... Als der Bischof überraschend am 14. März 1821 in Wien verstarb, schien das Atlasunternehmen vorübergehend gefährdet. Dem tatkräftigen Einsatz Bogárs war es zu verdanken, daß der Atlas finanziell gesichert und die begonnenen Arbeiten weitergeführt werden konnten...Obwohl das Titelblatt das Jahr 1821 als Erscheinungsjahr angibt, dürfte der Atlas ‘unter der Aufsicht und Leitung’ Bogárs tatsächlich erst im Verlauf des Sommers 1822 fertiggestellt worden sein. Die Auflage des Werkes muß mit 400 Exemplaren als sehr gering bezeichnet werden...Von den 313 zu Jahresende 1822 noch unverkauften Exemplaren dürften in der Folgezeit nicht mehr allzuviele abgesetzt worden sein ... Abschließend bleibt nur zu bedauern, daß dieser Diözesanatlas trotz seiner für die Zeit hervorragend gestochenen Karten und des instruktiven Ortsverzeichnisses keinen größeren Abnehmerkreis gefunden hat. Der komplette Atlas muß daher heute auch unter Sammlern als große Rarität bezeichnet werden ...“ (Tobler, Der Atlas der Diözese Raab, pp.37-38).

 

Euro 5.400,-

 

Bestell-Nr.: B19/003

 

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(Browne, Thomas)

 

Religio Medici.

 

(Gestochener allegorischer Titel), 235, (6) pp; auf einem Vorsatzblatt eine längere bibliographische Eintragung von einer Hand des frühen 19. Jahrhunderts; zeitgenössischer Pergamentband, etwas fleckig, klein 8°.

Leyden, Franciscus Hackius, 1644.

 

Keynes, A Bibliography of Sir Thomas Brown, 1968, Nr. 61; Carter/Muir, Bücher die die Welt verändern, 1968, Nr. 131.

Dritte lateinische Ausgabe. "The 'Religio Medici' was a puzzle to his contemporaries ... A Latin translation appeared at Leyden in 1644, and it was widely read on the Continent, being translated subsequently into Dutch, French and German. In Rome the book was placed on the 'Index Expurgatorius'" (The Encyclopaedia Britannica, 4, 1929, p.269).

"Philosophisch-religiöses Bekenntnisbuch von Sir Thomas Browne (1605-1682), entstanden um 1635 ... In seiner endgültigen Gestalt besteht das Buch aus zwei Teilen zu sechzig bzw. fünfzehn Prosasektionen ... Durchsetzt von drei Gebeten in Versform sowie mehreren Zitaten ... Altes und neues Gedankengut verschmelzen bei diesem kritischen Denker zu einer neuartigen Einheit, in der sich die geistige Umbruchsituation zwischen Barock und Aufklärung spiegelt ... Nicht zu Unrecht hat man Browne den englischen Montaigne genannt; er ist dessen Geistesverwandter ebenso wie der Pascals" (Kindlers Literatur Lexikon, 19, p.8104f).

"Der abwechselnd leichtgläubige und skeptische Sir Thomas Browne ist einer der ungewöhnlichsten unter den großen Schriftstellern des 17. Jahrhunderts. Er arbeitete sein Leben lang als praktischer Arzt in Norwich und hielt sich in bemerkenswerter Weise fern von allen politischen Wirrnissen seiner Zeit ... Brownes Ansichten waren frei von jeglicher Ketzerei, und der Titel des Buches wäre anstatt mit 'Religion' besser mit 'Philosophie' oder 'Überzeugung' zu übersetzen. Was Browne fordert, ist die Freiheit, in den Fällen, in denen die Heilige Schrift oder die Lehre der Kirche uns keinen genauen Weg angibt, sich von der eigenen Vernunft leiten zu lassen" (Carter/Muir, p.255f).

 

Euro 620,-

 

Bestellnummer:  B17/001

 

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Faust, Reinhard

 

Princeps Christiano-Politicus Septem donis Spiritus sancti instructus Anno M.DC.LVI. ... Nunc Denuo recusus, & Auctori oblatus.

 

Gestochenes Frontispiz, Titel, (8), 262 pp., ein weißes Blatt, mit sieben ganzseitigen emblematischen Kupfern (gestochen von Gerard Bouttats), leicht braunfleckig; zeitgenössischer Pergamentband, fleckig, Schließbänder fehlen; 12°.

Würzburg, Hiob Hertz, 1667

 

VD17, 12:107569Z

Zweite Ausgabe (nicht in Praz), die Erstausgabe erschien 1658 in Wien (Praz, p.333; Mayer, Wiens Buchdruckergeschichte, I, p.269, Nr.1650).

Reinhard Faust, 1664-1668 Probst des Augustiner-Chorherrenstiftes in Dürnstein, "wird als namhafter Gelehrter bezeichnet" (Topographie von Niederösterreich, I, p.377). Sein 'Princeps christiano-politicus' ist ein nach den sieben Gaben des Heiligen Geistes geordneter Fürstenspiegel. Bemerkenswert sind die gestochenen Emblemata, von denen nur das erste Emblem in Henkel-Schöne (Handbuch der Sinnbildkunst des XVI. und XVII. Jahrhunderts, p.1059) vorkommt (Rollenhagen, Nucleus Emblematum selectissimorum, 1611-13).

Gerard Bouttats (1630 – nach 1668), flämischer Kupferstecher, seit 1655 als "Chalcograph" der Wiener Universität in Wien tätig.

 

Euro 850,-

 

Bestellnummer:  B17/003

 

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Freschot, Casimir

 

Memoires de la Cour de Vienne ...

 

Titel, (4), 469 pp., Exlibris am vorderen Spiegel; zeitgenössischer Lederband mit Rückentitel in ornamentaler Goldprägung, berieben und bestoßen; klein 8°.

Köln, Guillaume Etienne, 1706

 

Gugitz, I, 1913; Eckl, IV, 69; Barbier, III, 199.

 

3. Auflage mit dem hinzugefügten 7. Kapitel: "Les intrigues secretes du Duc de Savoye. Avec une Relation fidelle des mauvais traitements qu’en a reçû Mr de Phelippeaux Ambassadeur de France, contre le droit des Gens".

 

Aus der Bibliothek des berühmten englischen Mediziners und Botanikers Sir Hans Sloane (1660-1753), mit dessen gestochenem Exlibris. Sloane hinterließ seine umfangreiche Sammlung der Britischen Nation, welche den Grundstein des späteren British Museums bildete.

 

Euro 450,-

 

Bestellnummer: B18/033

 

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Funke, Carl Philipp


Unterricht vom Menschen, und dessen Verhältnissen; oder Belehrung über den menschlichen Körper im gesunden und kranken Zustande; über die Seele, in Hinsicht auf Denkvermögen, Moral, Handlungsweise und Religion; nebst einer Erklärung der vorzüglichsten Gewerbe und Künste ... Neue umgearbeitete Auflage.


Gestochenes Frontispiz (mit der Legende: „Der Mensch das Meisterstück der Schöpfung.“), Titel, 494, (2) pp., handschriftlicher Besitzervermerk auf dem Titelblatt; bis p.250 in den oberen Ecken wasserfleckig. Zeitgenössischer marmorierter Pappband mit Rückenschildchen; stark berieben und bestoßen; klein 4°.
Braunschweig, 1803

 

Diese im weitesten Sinn der Aufklärung verpflichtete „Menschenkunde“ ist eine der selteneren Schriften des Pädagogen, Schulmannes und Philanthropen Carl Philipp Funke (1752-1807), der zahlreiche Elementar-, Lese- und Anschauungsbücher, Nachschlagewerke und naturgeschichtliche Sachbücher verfaßt hat (Th. Brüggemann, Handbuch zur Kinder- und Jugendliteratur von 1750 bis 1800, 1982, p.1226); hervorzuheben sind der umfangreiche Teil (pp.179-368) über die verschiedenen Berufe und Gewerbe und eine ganze Reihe bemerkenswerter Beobachtungen, wie zum Beispiel über die „Studirsucht, welche den bürgerlichen Gewerben manchen braven Mann entzieht, und einen untauglichen Halbgelehrten aus ihm bildet, der sich und der Gesellschaft zur Last ist“ (p.363), oder über die „Vaterlandsliebe, die Verbrechen gegen die Menschheit wird, wenn sie zum Vorwand dient, andre Nationen zu verachten, zu hassen und feindselig zu behandeln“ (p.171).

  

Euro 450,-

 

Bestell-Nr.: B19/009

 

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Innsprugger, Sebastian

 

Austria mappis geographicus distincta, rerumque memorabilium historia, dominiorum, ordinum, gymnasiorum, statuum relatione ... pars prima - pars secunda

 

[I]: (Titel), 104, (40) pp., mit 6 doppelblattgroßen Kupferstich-Karten (Ober- und Niederösterreich, Niederösterreich, Viertel unter dem Wienerwald, Viertel ober dem Wienerwald, Viertel unter dem Manhartsberg, Viertel ober dem Manhartsberg), Blätter der Lage I1-8 sowie Karte 'Viertel ober dem Manhartsberg' im unteren weißen Rand mit minimalen Wurmspuren (einzelne Buchstaben angerissen) – [II]: (Titel), 124, (24) pp., mit 6 doppelblattgroßen Kupferstich-Karten (Ober- und Niederösterreich, Oberösterreich, Hausruckviertel, Traunviertel, Machlandviertel, Mühlviertel); alter Pappband des 19.Jh.s, leicht fleckig; klein 8°.

Wien, Maria Theresia Voigt (I) / Wolfgang Schwendimann (II), 1727/28

 

Durstmüller, I, 111; Gugitz, II, 12012; De Backer-Sommervogel, IV, 638; Dörflinger, I, p.41.

In den zwanziger Jahren des 18. Jahrhunderts "erschien ein ... nur Nieder- und Oberösterreich behandelndes Werk, die ... von einem Jesuiten und Professor an der Universität Wien – Sebastian Innsprugger – zusammengestellte Austria Mappis geographicis distincta (2 Bändchen, Wien 1727/28); sie enthält elf mit Ortsregistern versehene, einen Taschenatlas bildende, kleinformatige Kärtchen: einer Tabula universalis Austriae (Nieder- und Oberösterreich) folgen eine Tabula Austriae Inferioris und eine Tabula Austriae supra Anasum sitae, und diesen wiederum jeweils vier kleine Karten der einzelnen Viertel der beiden Länder." (Johannes Dörflinger, Österreichische Karten des 18. Jahrhunderts, p.41)

Unserem Exemplar ist am Beginn des 2. Bandes eine zusätzliche Tabula universalis Austriae vorangebunden, welche aber mehr Orte als die Karte des 1. Bandes eingestochen hat.

 

Euro 650,-


Bestellnummer:  B18/039


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Jäger, Joseph Nikolaus


Versuch einer populären Darstellung der Seelenkunde


Titel, (4), 124 pp.; Originalumschlag mit Titel in ornamentaler Randbordüre, broschiert, nicht beschnitten; etwas fleckig und mit Knitterspuren; groß 8°.
Wien, A. Pichlers Witwe, 1837

 

Wurzbach, X, p.39.
Joseph Nikolaus Jäger (keine Lebensdaten bekannt) war bis 1845 Professor der Philosophie an der Wiener Universität; seine bemerkenswerte „populäre Darstellung der Seelenkunde“ hat er dem emeritierten Professor der Mathematik und Physik an der Prager Universität und ehemaligem Rektor (1834) der Wiener Universität, Franz Cassian Hallaschka (1780-1847), gewidmet.

 

Euro 350,-

 

Bestell-Nr.: B19/010

 

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Jahn, Johann


Chaldäische Chresthomatie. Größtentheils aus Handschriften.


(Titel), XVIII, 210, 3 pp. Titelblatt und erstes Blatt mit Überklebungen, handschriftlicher Besitzervermerk. Zeitgenössischer Halblederband mit Rückenschild, etwas berieben und bestoßen, 8°.
Wien, Wappler und Beck, 1800

 

ADB, XIII, p.665.
Seltene Erstausgabe; eine zweite Ausgabe ist 1820 erschienen.
Das in der „Vorrede“ angekündigte „Wörterbuch über diese Chrestomathie“ hat Jahn nicht veröffentlicht; in der „Vorrede“ beschreibt Jahn auch die Handschriften, aus denen die einzelnen, in Hebräisch gedruckten Teile dieser „Chrestomathie“ stammen.
Johann Jahn (Taswitz in Mähren 1750 – Wien 1816), Theologe und Orientalist; seit 1789 bis 1806 Professor der orientalischen Sprachen an der Wiener Universität. „Als orientalischer Linguist, biblischer Archäolog und Exeget hat Jahn eine literarische Wirksamkeit entfaltet, welche das Andenken an ihn als einen ausgezeichneten Archäologen und bedeutenden Gelehrten dauernd erhalten wird“ (Wurzbach, Biographisches Lexikon des Kaisertums Österreich, X, p.44).

  

Euro 850,-

 

Bestell-Nr.: B19/012

 

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Katholischer Fantasten= und Predigeralmanach auf das Jahr 1784. Samt den Evangelien auf alle Sonntage des ganzen Jahrs


Gestochenes Frontispiz (mit der Legende: „Migazzi ärgert sich“; der Wiener Erzbischof Christoph Anton Graf Migazzi mit Geistlichen und Ordensleuten vor dem Stephansdom), 87 pp., die rechte untere weiße Ecke des Widmungsblattes abgeschnitten. Zeitgenössischer Papierumschlag, broschiert, Rücken überklebt, etwas fleckig; groß 8°.
„Rom, Madrit, und Lisabon, auf Kosten der heiligen Inquisition“ (Nürnberg, Glattauer, 1783)


Hayn-Gotendorf, VIII, p.437; Mayer, Bibliotheca Viennensis, Nr. 2547.
Ein tendenziöser, antikatholischer „Almanach“, von dem insgesamt vier Jahrgänge erschienen sind; er ist „Dem Hochgelehrten Herrn Peter Hensy Privilegirter Vertreiber des Ungeziefers im Schmidischen Bierhaus Nro 1112. auf dem Neuenmarkt zu Wien neben der Schmiede“ gewidmet.

 

Euro 450,-


Bestellnummer:  B18/015


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Korabinszky, Johann Matthias

 

Atlas Regni Hungariae Portatilis / Neue und vollständige Darstellung des Königreichs Ungarn auf LX Tafeln im Taschenformat / Ein geographisches Noth= und Hülfsbüchlein fürs gemeine Leben.

 

60 numerierte Kupfer-Tafeln: Titel (I), Vorbericht (II), 56 Landkarten (III-LVIII), Orts-Register und Zeichenerklärung (LIX-LX); Landkarten in zeitgenössischem roten (Städte und Straßen) und blauen (Flüsse und Seen) Kolorit, unbedeutend braunfleckig; Original-Pappband mit Titelschild, berieben und bestoßen, Rücken etwas beschädigt (Bindung fest); quer groß 8°.

Wien, J.M. Korabinszky, (1804)

  

Wurzbach, XII, p.448; J. Dörflinger, Österreichische Karten des frühen 19. Jahrhunderts, 1988, p.713f.; Katalog "Austria picta. Österreich auf alten Karten und Ansichten", Österreichische Nationalbibliothek, 1989, Nr.33.2, p.104 und Abb. 56 u. 57.

"Der Taschenatlas von Ungarn des aus der Ostslowakei stammenden, in Preßburg und Wien wirkenden Geographen Johann Matthias Korabinszky (1740-1811) gehört zweifellos zu den interessantesten und originellsten kartographischen Veröffentlichungen des beginnenden 19. Jahrhunderts. Seine 56 Detailkärtchen enthalten nicht nur Angaben zur Wirtschaft, sondern auch zur ethnisch-sprachlichen und konfessionellen Zusammensetzung der bunt gemischten Bevölkerung des Landes: Die Ortssignaturen sind so gestaltet, daß man an Hand der Kirchturmformen die Religion der Einwohner ablesen kann; unterhalb der Signatur befinden sich Zusatzzeichen, die über die Nationalität der Bewohner ... Auskunft geben" (Katalog "Austria Picta", p.333).

Die Karten wurden von Johann von Berken, Samuel Czetter und Gottfried Prixner gestochen. Drei der nach Komitaten gegliederten Karten zeigen kleine Ansichten von Neusohl, Ofen und Veszprem.

  

Euro 1.500,-

 

Bestell-Nr.: B19/014

 

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Kützing, Friedrich Traugott


Die Chemie und ihre Anwendung auf das Leben. Ein nothwendiges Hand- und Hülfsbuch zur Belehrung und Unterhaltung für alle Stände.


Lithographiertes Frontispiz, (Titel), 574, (2) pp; das Titelblatt gestempelt; in den ersten Blättern ein Wurmgang im Bug. Zeitgenössischer Halblederband, leichte Altersspuren; 4°.
Nordhausen, Wilhelm Köhne, 1838 

 

Ein Chemielehrbuch, das „besonders für Lehrer an Seminarien, Handlungs-, Bürger-, Volks- und Töchterschulen berechnet ist, indem vorzüglich von Schulen aus sich nützliche Wissenschaften verbreiten müssen“ (p.VII). Friedrich Traugott Kützing (1807-1893), Lehrer der Naturwissenschaften an der Realschule in Nordhausen und ein bedeutender Botaniker, der die spezielle Algenkunde begründete (ADB, LI, p.460).

 

Euro 450,-

 

Bestell-Nr.: B19/015

 

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(Nádasdy, Franz)


Cynosura iuristarum loca decretalia, et articulos novissimarum constitutionum inclyti Regni Hungariae, usque ad annum 1659 inclusive, sub titulis ordine alphabetico collectis, breviter repraesentantes


Gedruckter Titel mit Druckermarke des Johann Baptist Hacque, 270 pp. Titelblatt gestempelt und mit alten handschriftlichen Besitzervermerken, Stempel auf p.268; Vorsatzblätter gelockert (hinten) bzw. lose (vorne), Wurmgänge im hinteren Bug. Zeitgenössischer Pergamentband, etwas fleckig, 8°.
Pottendorf, Hieronymus Verdussen, 1668

 


VD 17, 12:6222018C; Mayer, Wiens Buchdruckergeschichte, I, p.286, Anmerkung 113; Katalog „500 Jahre Druck in Österreich“, Österreichische Nationalbibliothek, 1982, Nr.277; Gerold Jekal, Alte Drucke aus Niederösterreich, Diss. Wien 1968, p.22, Nr.5.
Von größter Seltenheit; Jekal verzeichnet nur drei Exemplare in österreichischen Bibliotheken (Kremsmünster: Stiftsbibliothek; Wien: Nationabibliothek und Universitätsbibliothek); ein Exemplar in München, Bayerische Staatsbibliothek.
Franz Graf Nádasdy (1622-1671) ließ in seinem Schloß in Pottendorf eine Druckerei einrichten, die er dem aus Antwerpen stammenden Drucker und Buchhändler Hieronymus Verdussen unterstellte, der 1667/68 zusammen mit Johann Baptist Hacque auch in Wien eine Offizin betrieb. Das von Franz Nádasdy selbst zusammengestellte Werk ist ein mit kurzen, stichwortartigen Kommentaren versehenes Sachregister zu den jüngsten, bis zum Jahr 1659 erlassenen ungarischen Reichsgesetzen.

  

Euro 4.500,-


Bestellnummer:  B17/008


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Namer, Anton


Practischer Unterricht über den Anbau des peruanischen Jungferntabakes, oder Anweisung, wie der durch den kais. kön. Herrn Rittmeister von Landgraf nach Ungarn gebrachte peruanische Jungferntabak behandelt werden müsse, daß er in seiner ursprünglichen Reinheit erhalten werde, und durch ihn die theuren ausländischen Tabaksorten entbehrlich gemacht werden können.


(Titel), XXIV, 88 pp., mit einer gefalteten Kupfertafel (schematische Darstellungen von Vorrichtungen zum Trocknen des Tabaks). Originalumschlag mit Titel, broschiert, leicht fleckig, Rücken etwas beschädigt, klein 8°.
Preßburg, Belnay, 1815


In der „Vorrede“ (pp.XI-XII) heißt es: „Wenn Nicot den Dank der Nachwelt verdient, daß er den ersten Tabakssaamen, welchen Roman Paul von Domingo mitgebracht hatte, aus Portugal nach Paris an die Königinn Katharina von Medici geschickt, und dadurch zur allgemeinen Verbreitung des Anbaues der Tabakspflanze gleichsam den ersten Schritt gethan hat; so hat der Herr Rittmeister von Landgraf gewiß keine mindern Ansprüche auf die Erkenntlichkeit unseres Vaterlandes, daß er mit einer besondern, bisher in Ungarn nicht gebauten, sehr nützlichen Tabaksgattung, dem peruanischen Jungferntabake, nach einer von der gewöhnlichen Bauart abweichenden Behandlungsweise, bekannt gemacht hat. Den Saamen erhielt er in Cadix durch zufällige Bekanntschaft mit einem amerikanischen Schiffscapitain, der ihm einige Körner zum Andenken seiner Freundschaft bey der Abreise gegeben hat“.

 

Euro 450,-

 

Bestell-Nr.: B19/016

 

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Nestroy, Johann

 

Der Zerrissene. Posse mit Gesang in drei Acten. Die Handlung ist dem Französischen (L'homme blasé) nachgebildet.

 

(Titel), 136 pp., mit einer gefalteten Kupfertafel in zeitgenössischem Kolorit als Frontispiz (Bühnenszene, nach einem Aquarell von Johann Christian Schoeller); zeitgenössischer grüner Leinenband mit ornamentaler Blindprägung und Rückenvergoldung; 8°.

Wien, Johann Baptist Wallishauser, 1845. 

 

Wilpert/Gühring, 9; Brieger, 1841; Rabenlechner, Streifzüge, p.60; Schwarz, Nestroy im Bild, Nr. 267; Mautner, Nestroy, p.275f.

Erstausgabe. Der Kupferstich zeigt Nestroy als "Herrn von Lips" und Wenzel Scholz als "Gluthammer". Die Erstaufführung im Theater an der Wien am 9. April 1844 "brachte Nestroy einen der größten Erfolge seines Lebens" (Mautner, Nestroy, p.275).

 

Euro 1.300,-

 

Bestell-Nr.: B19/017

 

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Nestroy, Johann

 

Freiheit in Krähwinkel. Posse mit Gesang in zwei Abtheilungen und 3 Akten.

1. Abtheilung: Die Revolution / 2. Abtheilung: Die Reaktion.

 

(Titel), 120 pp., mit drei gefalteten Kupfertafeln in zeitgenössischem Kolorit (Bühnenszenen, nach Aquarellen von Johann Christian Schoeller), nicht aufgeschnitten, kleinere Knitterspuren in den Rändern, stellenweise unbedeutend stockfleckig; hellgrüner Original-Umschlag mit Titel, leicht angeschmutzt; 8°.

Wien, Johann Baptist Wallishauser, 1849 

 

Wilpert/Gühring, 11; Brieger, 1836; Rabenlechner, Streifzüge, p.61; Otto Rommel, Nestroy als Politiker. In: Alt-Wiener Kalender für das Jahr 1922, pp.34ff.; Heinrich Schwarz, Nestroy im Bild, 1977, Nrn.304, 307 und 311.

Erstausgabe in einem seltenen, unaufgeschnittenen Exemplar in Original-Broschur. Die Kupferstiche zeigen drei Szenenbilder: (1) »Tyrannsky absolutsky regiersky Volcksky despotsky« mit Nestroy als Eberhard Ultra (in der Verkleidung als russischer Fürst), Heinrich Moritz als Rummelpuff, Johann Baptist Lang als Nachtwächter und andere Personen; (2) »s'Mädl kommt zum Handkuss – das is a Freud' für die Ältern« mit Nestroy als Eberhard Ultra (in der Verkleidung als Ligorianer), Jeanette Schmidt-Demmer als Emeranzia, Katharina Herzog als Cäcilie und Wenzel Scholz als Klaus; (3) »Wenn Sie nach London kommen, besuchen Sie mich« mit Nestroy als Eberhard Ultra (in der Verkleidung als Fürst Metternich), Louis Grois als Bürgermeister und Wenzel Scholz als Klaus.

Die Erstaufführung des Stückes fand am 1. Juli 1848 im Leopoldstädter Theater ("Carl-Theater") in Wien statt. Die Ereignisse der Märzrevolution 1848 "sind der Hintergrund für Nestroys 'Freiheit in Krähwinkel' ... In diesem Stück brachte er die Revolution und die ihr drohenden Gefahren auf die Bühne, verknüpft mit einer konventionellen Liebesgeschichte. Seiner Form nach ist das Stück eine Posse ... Unter unbeschreiblichem Jubel fand auch die erste Aufführung statt. Revue eines schon halb Vergessenen, Vergehenden, wurde 'Freiheit in Krähwinkel tagaus, tagein gespielt bis zum Ende der Saison am 31. Juli, dann noch dreimal im September ... Die Vorstellung vom 4. Oktober war die letzte ... Am 31. Oktober besetzte die Armee des Fürsten Windischgrätz die Stadt und mit der Herrlichkeit der 'Freiheit in Krähwinkel' war es zu Ende, in den Straßen und auf der Bühne. Es war nur eine Posse gewesen. – Sie hat großen Wert als von Gedanken durchleuchtetes und über sich selbst hinaus deutendes Zeitdokument ... Was heute von ihr noch bleibt, sind politische Voraussicht und satirische Einblicke in den von großen politischen Ereignissen bewegten – oder unbewegten Menschen (Franz H. Mautner, Nestroy, 1978, pp.298-302).

 

Euro 1.800,-

 

Bestell-Nr.: B19/019

 

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Neuestes Sittengemälde von Wien


[I]: Gestochenes Frontispiz („Perspectivische Ansicht des Gebäudes der k.k. priv. Kunstgallerie in Wien“), (Titel), 176 (richtig 194), IV pp., die Titelblätter des 2. und 3. Heftes mitgebunden. - [II]: Gestochenes Frontispiz („Ansicht von einem Theil der Praterallee in Wien“), (Titel), 162 (richtig 160), IV pp., die Titelblätter des 2. und 3. Heftes mitgebunden; die beiden Titelblätter etwas fleckig. Zwei zeitgenössische Pappbände mit Rückenschildchen, etwas fleckig, 8°.
Wien, Anton Pichler, 1801


Hayn-Gotendorf, VIII, p.504 („Rar!“); Gugitz, Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien, I, Nr.2499; nicht in Mayer, Bibliotheca Viennensis.
Ein seltenes und bemerkenswertes „Sittengemälde Wiens“ in insgesamt 28 Briefen, unter anderem über eine Aufführung von Haydns „Schöpfung“ im Redoutensaal (Band I, p.119-121), über den „Casperl Laroche“ ( Band II, p.136-7) und das Leopoldstädter Theater, über Schikaneder und das Theater im Freihaus (II, p.139: „Auf seinem Theater wurde zuerst Mozarts Meisterstück, die Zauberflöte... aufgeführt.“), über die Eröffnung des Theaters an der Wien mit einer ausführlichen Beschreibung desselben (II, p.139-143). „Das Theater war gedrängt voll, ein großer Theil des Hofes selbst gegenwärtig; mit einem Wort, es war ein sehr brillantes Debut, und es ist dem Herrn Schikaneder und seiner Compagnie zu wünschen, daß die Folge ganz dem Anfange entspreche; bis jetzt geht es recht gut, man kennt den Geschmack des Volkes, und speculirt sehr richtig“ (II, p.143).

  

Euro 850,-

 

Bestell-Nr.: B19/020

 

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Oberleitner, Andreas (Franz Xaver)


Fundamenta linguae arabicae. Accedunt selectae quaedam, magnamque partem typis nondum exscriptae sententiae, primis legendi ac interpretandi periculis destinatae.


(Titel), XVI, 390, VI pp.; handschriftliche Besitzereintragung der Benediktinerabtei St. Martin in Pannonhalma, Ungarn („In usuo Studentium“). Zeitgenössischer Halblederband mit Rückenschildchen, auf den Spiegeln und Vosatzblättern handschriftliche Eintragungen, Schriftproben und Kritzeleien in Feder und Bleistift, etwas berieben  und bestoßen, groß 8°.
Wien, Anton Schmid, 1822


Wurzbach, XX, p.455; Anton Mayer, Geschichte der geistigen Cultur in Niederösterreich, I, p.202, Anmerkung 140.

 

Anton von Schmid (1765-1855) „war der wichtigste hebräische Drucker in Österreich und einer der bedeutendsten auf dem Kontinent. Allmählich richtete er sich auch mit arabischen, persischen, syrischen und glagolitischen Schriften ein, wobei er in enger Zusammenarbeit mit dem Orientalisten Joseph von Hammer-Purgstall auf beste Formgebung bedacht war“ (A. Durstmüller, 500 Jahre Druck in Österreich, 1982, p.220). „Um aber auch die für die inländischen theologischen Lehranstalten nöthigen Bücher, so Oberleitners arabische und syrische Lehrbücher, die von der Studien-Hofcommission für alle genannten Lehranstalten vorgeschrieben wurden, drucken zu können, richtete er sich auch auf diese Drucke ein, da es damals keine Druckerei gab, die arabische, persische oder syrische Drucke anfertigen konnte“ (Mayer, Wiens Buchdrucker-Geschichte, II, p.145).

 

Andreas (Franz Xaver) Oberleitner (Angern an der March 1789 – Wien 1832), Benediktiner im Wiener Schottenstift, Orientalist; Studium der Theologie an der Wiener Universität und der „orientalischen Dialekte“ bei dem maronitischen Priester Arida; als dieser „im Herbst 1816 in sein Vaterland Syrien zurückkehrte, erhielt Oberleitner die dadurch erledigte Lehrkanzel der orientalischen Dialecte an der Wiener Hochschule. Auch erwarb sich Oberleitner als Orientalist bald einen ausgezeichneten Ruf“ (Wurzbach, XX, p.455).

  

Euro 350,-

 

Bestell-Nr.: B19/021

 

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Paracelsus (Philipp Theophrastus Bombast von Hohenheim)

 

Aureoli Theophrasti Paracelsi kleine Hand= und Denck=Bibel, oder Einführung zu der geheimden Weißheit und verborgenen Warheit des Geistes Gottes und unsers Herrn Jesu Christi. Woraus zugleich des gottseligen Autoris Glaube, Hoffnung und Liebe, wider das Vorgeben seiner Verläumder und Lästerer klärlich kan ersehen werden ... Zusamt dem Haupt=Schlüssel der Paracelsischen Arcanen. Vor die Liebhaber, zum Druck befördert.

 

Gestochenes Frontispiz (Bildnis des Paracelsus), Titel, (8), 286, (26) pp., auf der Vorderseite des Titelblattes der Stempel ("Loge zu den drei Weltkugeln") und auf der Rückseite das gedruckte Exlibris der Großen National-Mutterloge "Zu den drey Weltkugeln" in Berlin ("Zur Bibliothek der Freimaurer Loge zu den 3 Weltkugeln gehörig"), die Ecken des Exlibris mit geringem Textverlust abgeschnitten, auf den Innenseiten der beiden Deckel und auf dem hinteren Vorsatzblatt alte Federproben, das erste Vorsatzblatt herausgeschnitten, Frontispiz und Titelblatt etwas fleckig; alter marmorierter Pappband, Rücken mit altem handschriftlichen Titelschildchen und gedrucktem Bibliotheksschildchen, leichte Altersspuren, 12°.

Amsterdam, "Bey Diericks Betkij Erben", 1715

 

Sudhoff, Bibliographia Paracelsica, Nr.434: "Das Büchlein ist nach der Ausgabe vom Jahre 1686 (No. 418) unter Weglassung der Vorrede des Luppius und Thölde gedruckt". Die Traktate sind Paracelsus lediglich zugeschrieben; allerdings "beweist die Vorrede mit ihrer Bezugnahme auf das Testamentum Theophrasti und die Grabinschrift, daß ein mit der Paracelsus-Literatur Bekannter an dieser Ausgabe gearbeitet hat" (Sudhoff, p.626).

Aus der Bibliothek der 1740 in Berlin gegründeten Freimaurerloge "Aux trois globes", die sich 1744 in Große National-Mutterloge "Zu den drey Weltkugeln" und 1772 in Große National-Mutterloge der Preußischen Staaten umbenannte; das Buch wird daher zwischen 1744 und 1772 in die Bibliothek der Loge gekommen sein. Die ersten Signaturen waren "XXV.76" und "A.XXIII.47" (handschriftliches Titelschildchen auf dem Rücken und Eintragungen auf dem Titelblatt und auf der Rückseite des Frontispizes), die wohl im 19. Jahrhundert in die Signatur "I J 157" (handschriftliche Eintragung unterhalb des Exlibris auf der Rückseite des Titelblattes, gedrucktes Bibliotheksschildchen auf dem Rücken) geändert wurden.

  

Euro 1.800,-


Bestellnummer:  B18/038


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Pellico, Silvio


Meine Gefangenschaft in den Kerkern zu Mailand, unter den Bleidächern zu Venedig und in den Kasematten auf dem Spielberge ... Aus dem Italienischen von *r.


(Vortitel, Titel), X, (2), 276 pp., Titelblatt gestempelt (Bibliothek des Redemptoristenkollegs in Zwittau) und mit handschriftlichem Besitzervermerk („Bertha Lobkowicz“); leicht gebräunt und fleckig. Alter Halbleinenband, etwas berieben und bestoßen, 8°.
Leipzig, Leopold Voß, 1833


Erste deutsche Ausgabe des berühmten Bekenntnisbuches des italienischen Dichters Silvio Pellico (Saluzzo 1789 – Turin 1854), das er nach seiner Begnadigung (1830) veröffentlichte; es wurde „zur populärsten Schrift des Risorgimento und zu einem der größten Bucherfolge des 19. Jahrhunderts ... Heute hebt die Literaturkritik vor allem die beispielhafte Schlichtheit von Pellicos Prosa hervor“ (Kindlers Literatur Lexikon, XV, p.6292). Die italienische Erstausgabe („Le mie prigioni“) ist 1832 erschienen.
„Auf den Kongressen der europäischen Mächte in Troppau und Laibach 1820 ließ sich Metternich nicht nur die militärische Intervention in Neapel und Piemont übertragen, er gab auch grünes Licht für die Verfolgung der wirklichen und angeblichen Revolutionäre im österreichischen Lombardo-Venetien. Zu Ende des Jahres 1820 erfolgten zahlreiche Verhaftungen. 1821 bis 1824 wurden in Venedig und Mailand Hochverratsprozesse geführt. Zu den Hauptangeklagten gehörten Graf Federico Confalonieri und Marchese Giorgio Pallavicino als Spitzen der Mailänder Adelsopposition und die Schriftsteller Silvio Pellico, Piero Maroncelli und Adeodato Ressi ... Allen war der Hochverrat im Sinne der Zusammenarbeit mit dem geplanten Aufstand nachzuweisen ... Die in Wien entschiedenen Strafen waren hart, aber verständlich, abgesehen davon, daß vielen Verdächtigen vor der Verurteilung die Flucht anheimgestellt wurde ... Die 19 Todesurteile wurden in Haftstrafen verwandelt ... 40 der Verurteilten kamen auf den durch sie berüchtigt gewordenen Spielberg in Brünn. 1830 bis 1832 wurden alle begnadigt“ (Helmut Rumpler, Österreichische Geschichte 1804-1914 / Eine Chance für Mitteleuropa, 1997, p.165/6).
Aus der Bibliothek der Prinzessin Bertha von Lobkowitz (geboren 1864), einer Tochter des k.k. Generals Josef  Franz Karl Prinz von Lobkowitz (1803-1875).

 

Euro 850,-

 

Bestell-Nr.: B19/022

 

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Scherer von Hausen, Heinrich Michael


Paraeneses Panegyricae Das ist / Viertzig außerlesene Ehren=Predigen Nemlich Von Heiligen Ordens=Stiffteren. Von anderen Heiligen Gottes. Vom Scapulier=Fest. Vom Hertz Jesu. Von erst= und anderten Primiz. Von Geistlichen Ordens Einkleydungen. Von Kirchweyhungen. Von angestelltem allgemeinen Gebett. Vom neuen Jahr. Von Bruderschafts=Festiviteten. Vom Ablaß Portiunculae. Von Heil. Ordens=Profession etc. etc. Welche auf verschidenen hoch=ansehnlichen Ehren=Cantzlen dem Christlichen Volck vorgetragen ...


Gestochenes Frontispiz, rot-schwarz gedruckter Titel, (20), 526 pp. Zeitgenössischer Lederband mit Rückenschildchen, Schließbänder fehlen, Spiegel und Vorsatzblätter erneuert, klein 4°.
Konstanz, Leonhard Parcus, 1722

 
Der Verfasser dieser Barockpredigten war Rat des Bischofs von Konstanz, Koadjutor des Bistums Augsburg und Protonotar des Kollegiatsstifts zu den Heiligen Johannes der Täufer und Johannes der Evangelist in Konstanz. Das Frontispiz zeigt Heinrich Michael Scherer von Hausen in ganzer Figur mit Maria und den beiden Heiligen und eine Ansicht der Kirche des Kollegiatsstiftes. 

  

Euro 650,-


Bestellnummer:  B18/024


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(Schwind, Moritz von – Loder, Matthäus)


„Bilder für die Jugend / Volkstrachten“ („Ball und Theater Costumes“)


Folge von 60 numerierten Federlithographien, nach Vorzeichnungen von Moritz von Schwind (1804-1871)  und Matthäus Loder (1781-1828), bezeichnet: „Lithogr. u. zu haben bey J. Trentsensky in Wien“; je 31,7:21,4 cm; einzelne Blätter etwas knapp beschnitten, leicht gebräunt oder unbedeutend fleckig. Halbleinenband des 19.Jahrhunderts mit einem lithographierten Titelschild; berieben und bestoßen, klein 2°.
Wien, Josef Trentsensky, um 1822/25

 

Nicht in Colas und Lipperheide; Weigmann, Schwind, p.36; Katalog einer Sammlung zur Geschichte der Entwicklung und Blüte der Künstler-Lithographie, Wien, Artaria, 1928, Nr. 446 (nur 42 Blätter): „Außerordentlich selten“; Katalog „Die kleine Welt des Bilderbogens. Der Wiener Verlag Trentsensky“, Historisches Museum der Stadt Wien, 1977, Nr.148.

 

„Diese 60 Blätter umfassende Serie wurde nach Entwürfen von Moritz v. Schwind und Matthäus Loder lithographiert. Ursprünglich schrieb man sie zur Gänze Schwind zu ... doch einige Trachtenbilder (Nr. 2, 3, 4 und 8) sind eindeutig von Loder ... Vierzig Jahre später wurden diese Blätter als Trachtenbilder verkauft, obwohl sie ursprünglich nur als Entwürfe für Verkleidungen auf der Bühne und auf Hausbällen gedacht waren“ (Katalog „Die kleine Welt des Bilderbogens“, p.66). Diese spätere Ausgabe, neu numeriert und neu bezeichnet, ist bei Matthias Trentsensky erschienen.

 

Euro 6.500,-

 

Bestell-Nr.: B19/024

 

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Spolverini, Giovanni Battista

 

La coltivazione del riso.

 

Titel mit gestochener Vignette, (8), 210 pp., mit 7 großen Kopf- und Schlussvignetten und 5 figuralen Initialen, nach Francesco Lorenzi gestochen von Domenico Cunego, ohne Frontispiz; zeitgenössischer Pappband, Bindung etwas gelockert; nicht beschnitten; groß 4°.

Verona, Agostino Carattoni, 1763

 

M. Lanckoronska, Die venezianische Buchgraphik des XVIII. Jahrhunderts, Nr. 232. Zweite Ausgabe eines der Hauptwerke der Veroneser Buchillustration des 18. Jahrhunderts; pp.198-209 mit Lesarten ("Varie Lezioni") nach einem Handexemplar des Autors. Die Erstausgabe (mit einem Titelkupfer und einer Porträttafel) ist 1758 erschienen. Hervorzuheben sind die schönen, nach Vorzeichnungen des Francesco Lorenzi (1723 - Verona 1787) von Domenico Cunego (Verona 1726 - Rom 1803) gestochenen Kopf- und Schlußstücke und Initialen, welche verschiedene mit dem Reisanbau verbundene Tätigkeiten illustrieren. Dieses umfangreiche Gedicht des Marchese Giovanni Battista Spolverini (1695-1763) über den Reisanbau (siehe die ausführliche Würdigung in der Biographie universelle, 43, p.336f.) gehört in eine Reihe vergleichbarer Lehr- und Lobgedichte (Betti, "Baco da Seta", 1756; Lorenzi, "La Coltivazione dei Monti", 1778), deren Vorbild Vergils "Georgica" gewesen ist. "Bereits im 14. Jahrhundert wurde Reis aus Mallorca auf den Messen der Champagne verkauft ... während Reis aus italienischem Anbau vom 15. Jahrhundert an billig auf dem Markt von Ferrara zu haben war ... Im übrigen erobert der Reis die Landschaften Italiens und begünstigt in der Folgezeit ... die Entstehung riesiger Landgüter. Wo sie florieren, proletarisieren diese kapitalistisch bewirtschafteten Reislatifundien die bäuerliche Bevölkerung. Schon hier wird »il riso amaro« (der bittere Reis) zur Plage für die Menschen ... Dennoch bleibt Reis im Abendland eine Armenspeise, welche die Reichen bis auf den gelegentlichen Genuß von Milchreis wenig schätzen" (Fernand Braudel, Sozialgeschichte des 15.-18. Jahrhunderts. Der Alltag, 1985, p.110f.).

 

Euro 650,-

 

Bestellnummer:  B18/026

 

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Stöver, Johann Hermann


Historisch = Statistische Beschreibung des Osmannischen Reichs.


Titel, (14), 286, (2) pp., nicht beschnitten. Zeitgenössischer blauer Umschlag, broschiert, 8°.
Hamburg, Benjamin Gottlieb Hoffmann, 1784

 
Beigebunden sind drei numerierte Kupfertafeln (Standbild Peters des Großen und zwei russische Szenen) und eine gefaltete Kupferstichkarte von Rußland, datiert 1794, die nicht zu diesem Buch gehören.

  

Euro 450,-


Bestellnummer:  B18/027


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Vergil

 

Publii Virgilii Maronis Opera ... a Joachimo Henrico Jaeck, Bibliothecae Bambergensis Praefecto. Accedunt Specimina Scripturarum.

 

(Reihentitel, Titel), XVI, 596, (4) pp., mit einer gefalteten Kupfertafel in schönem Original-Kolorit (Schriftbeispiele aus fünf Vergilhandschriften). Auf einem Vorsatzblatt die handschriftliche Eintragung des Dismas Tuzer, Präfekt des Gymnasiums in Hall in Tirol sowie eine spätere Besitzereintragung; brauner Lederband, datiert: '1837', mit rotem Rückenschildchen und ornamentaler Rückenvergoldung, dreiseitiger Goldschnitt, geringe Altersspuren; 8°.

Weimar, Landes-Industrie-Comptoir, 1826. 

 

Aus der Reihe: 'Bibliotheca Romana Classica', Bd.II, hg. von Joachim Heinrich Jaeck. Prämienbuch des Gymnasiums in Hall (Tirol) für Joseph Ritzer aus Ebbs (bei Kufstein), als Auszeichnung für den Klassenprimus der 1.Humanistenklasse im Schuljahr 1836/37. Die handschriftliche Eintragung zu Anfang des Buches stammt vom damaligen Präfekten des Gymnasiums in Hall, Dismas Tuzer: "Praemium unicum / in I. Humanitatis Classe / C.R. / Gymnasii Halensis / anno Scholastico / 1836/37 / pro Josepho Ritzer / Tirol. ab Ebbs / Dismas Tuzer / Praefectus"; darüber eine spätere Besitzereintragung: "Otto v. Wallpach / 1863".

Joachim Heinrich Jaeck (1777 – Bamberg – 1847), Zisterzienser, Bibliothekar in Bamberg (Neue Deutsche Biographie, X, p.261).

  

Euro 650,-

 

Bestell-Nr.: B19/025

 

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Ziska, Franz – Schottky, Julius Max (Herausgeber)

 

Oesterreichische Volkslieder mit ihren Singeweisen ...

 

(Titel), XVI, 288, (2) pp., stellenweise leicht stockfleckig, nicht beschnitten; neuer Halblederband mit Rückentitel in Goldprägung; groß 8°.

Pesth, Hartleben, 1819. 

 

Wurzbach, 48, p. 54; Karl M. Klier, Eine österreichische Volksliedsammlung und ihre Wirkung, in: Das deutsche Volkslied, 35, 1933, p. 102; Leopold Schmidt, Vom "Bauernlied" zum "Volkslied", in: Die österreichische Literatur, II, 1979, p. 870, Anm. 18; Leopold Schmidt, Volkskunde von Niederösterreich, I, 1966, p.30 f.

Erstausgabe der ersten österreichischen Volksliedersammlung; im Anhang: "Einige Worte über die Unter=Oesterreichische Mundart" und "Erklärung der Mundartlichen Wörter".

"Von den verstreuten Veröffentlichungen in heimatkundlich gerichteten Zeitschriften und Almanachen abgesehen, sind die im Jahre 1819 erschienenen 'Österreichischen Volkslieder mit ihren Singweisen' ... die erste bedeutende Erscheinung, die erste Sammlung in Buchform für das Gebiet des heutigen Österreich" (K. M. Klier, Eine österreichische Volksliedsammlung, p. 102). "Es waren zwei noch junge Männer, der Wiener Magistratsbeamte Franz Ziska und der schlesische Germanist Julius Max Schottky, die sich zur Herausgabe der von ihnen in Wien und seinem Umkreis, also auch in den niederösterreichischen Dörfern an der heutigen Südbahnstrecke, bis hin zum Schneeberg, gesammelten Lieder zusammengefunden hatten " (Schmidt, Vom "Bauernlied" zum "Volkslied", p. 870 f.). "Matthäus von Collin besprach die Volkslieder-Sammlung umfangreich und sehr günstig in den offiziellen 'Jahrbüchern der Literatur' und die ganze weitere Liedsammlung und Mundartdichtung schloß sich fast sofort an sie an. Auch die niederösterreichischen Mundartdichter wie Castelli und Seidl sind ohne das Vorbild dieser Sammlung nicht denkbar" (Schmidt, Volkskunde von Niederösterreich, I, p. 32).

 

Euro 820,-

 

Bestell-Nr.: B19/026

 

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