Marcus Behmer 

 

Weimar 1879 – Berlin 1958

  

Maler und Graphiker, Illustrator, Exlibris- und Schriftkünstler, Autodidakt

Gefördert durch den bekannten Publizisten und Schriftsteller Otto Julius Bierbaum bildete sich Marcus Behmer um die Jahrhundertwende zu einem der gefragtesten deutschen Graphiker und Buchkünstler aus. Sein umfassendes Betätigungsfeld als Illustrator erstreckte sich neben der Mitarbeit an einigen der bekanntesten deutschen Zeitschriften (Simplicissimus, Insel, Jugend) vor allem auf die künstlerische Ausgestaltung von zahlreichen Buchpublikationen der berühmtesten Verlage der damaligen Zeit (u.a. Insel-Verlag, Verlag Paul Cassirer, Samuel Fischer, Ernst Rowohlt, Cranach-Presse).

Behmers enger Kontakt zur Wiener Secession offenbart sich in anschaulicher Weise durch die zahlreichen graphischen Arbeiten, welche die Zeitschrift "Ver Sacrum" von ihm veröffentlichte. Damit ist er zu jenem elitären Kreis der wenigen deutschen Künstler zu zählen, deren Werke in dieser Kunstzeitschrift erschienen sind. Darüberhinaus zeigten zwei Ausstellungen der Secession (8/1900 und 13/1902) einige ausgesuchte Arbeiten des Künstlers. (Michael Pabst, Wiener Grafik um 1900, München 1984, p.322; Christian M. Nebehay, Ver Sacrum 1898-1903, Wien 1975, p.60ff. und 247f.)

 

 

 


 

 

 



 

 

Krabben in einer Landschaft mit tiefhängenden Wolken

 

 

 

 

 

Pinselzeichnung in Tusche, auf Japanpapier, monogrammiert "B", signiert und datiert "Marcus Behmer. 16.Mai 1902.", auf der Rückseite alt in Bleistift bezeichnet "(W)ärndorfer", horizontale Faltspur im unteren breiten weißen Rand; 35 : 21,5 cm.

1902

 

Marcus Behmers "Werk, überwiegend kleinformatige Zeichnungen und Radierungen mit häufig phantastischen Sujets, blieb bis zum Schluß vom Jugendstil ... beeinflußt. Eines von Behmers bevorzugten Tätigkeitsfelder war die groteske Tier-Darstellung, für die Behmer Vorbilder unter anderem bei Matthias Grünewald und Hieronymus Bosch fand." (AKL, VIII, p.302)

 

Aus der Sammlung Fritz Waerndorfer (Wien 1868 – Bryn Mawr, Pennsylvania 1931), Mitbegründer, Finanzier und kommerzieller Direktor (bis 1914) der Wiener Werkstätte. Waerndorfer, "ein junger Industrieller aus einer sehr begüterten jüdischen Familie von Textilmagnaten ... war ein begeisterter Kunstsammler und Anhänger der Secession" (Eduard F. Sekler, Josef Hoffmann, 1982, p.62). Waerndorfer besaß eine umfangreiche und hochkarätige Kunstsammlung, die heute leider verstreut ist und sich nur an Hand von zeitgenössischen Dokumenten einigermaßen rekonstruieren läßt. Von Gustav Klimt, den Waerndorfer besonders schätzte, erwarb er wichtige Werke wie z. B. die "Pallas Athene" oder "Die Hoffnung I". Einen weiteren Schwerpunkt bildeten zahlreiche graphische Arbeiten von Marcus Behmer und Koloman Moser. (Peter Vergo, Fritz Waerndorfer as Collector. In: Alte und moderne Kunst, 26.Jg., 1981, Heft 177, p.33ff.)

 

 

 

 

 

 

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